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Nach
circa 7 Monaten tüchtigen Trainings war es am vergangenen Wochenende
nun endlich soweit. Roth ich komme.
Nachdem
wir am Freitag in aller Ruhe angereist sind, habe ich mich am Samstag
eine letzte kleine Koppeleinheit absolviert, um die Muskeln
letztmalig aufzuwecken. Am Nachmittag fuhren wir in Richtung
Wechselgarten, um den Flitzer für den nächsten Morgen abzugeben.
Nachdem ich die letzten Nächte schon immer ein wenig unruhig
geschlafen hatte, war es spätestens jetzt mit der Aufregung perfekt.
All die Leute und heimlich auch schon mal ein Auge auf die weibliche
Konkurrenz zu werfen, machte mich ganz schön nervös.
Am
Abend der letzte „Kohlenhydratschliff" und frühzeitig ins Bett,
mit dem Gedanken, hoffentlich bald schlafen zu können, denn der
Wecker sollt 3:30 klingeln.
Diesen
zu stellen hätte ich mir sparen können, denn ab 2:30 lag ich wach
und konnte es kaum erwarten, endlich aufzustehen. Also ab an den
Frühstückstisch und gegen 4:30 in Richtung Start nach
Hiltpoltstein. Dort richtete ich meine Wechselzone ein und schlüpfte
in den Neo. Dann nahm ich mir noch mal fünf Minuten ganz für mich,
um die Stimmung am Kanal aufzusaugen und der Musik zu lauschen. Dabei
habe ich mich doch ertappt, wie ein paar kleine Tränchen in meine
Augen standen, war ich doch glücklich darüber, dass der Tag X nach
all den Trainingseinheiten endlich gekommen war und ich hier dabei
sein konnte.
So,
nun aber ab in Richtung Schwimmstart, ran an die Startlinie und
pünktlich um 6:20 fiel der Startschuss für die Profis sowie das
gesamte Frauenfeld. Ich hatte vorab Bedenken, wie ich mich wohl
fühlen würden, denn merke ich doch immer recht schnell, ob der
Wettkampf gut werden kann oder eben nicht. Doch diese Bedenken konnte
ich schnell vergessen. Schnell konnte ich meinen Rhythmus sowie den
Platz in der aufgewühlten Meute finden, um nach 1:08 dem Wasser zu
entsteigen. Ok, ein paar Minuten weniger wären auch nett gewesen,
aber der Wettkampf sollte ja noch ein wenig andauern und meine
Stärken werden sich erst noch aufzeigen. Also, raus aus dem Neo,
rein in die Radhose und ab auf den Feuerofen. Was für eine Stimmung.
Schon hier. So viele Leute die jubelnd am Rand standen. Das war
wirklich toll und das Lächeln wollte gar nicht mehr aus dem Gesicht
verschwinden.
Die
ersten 20 Radkilometer bin ich ruhig angegangen, um den Körper an
die neue Beanspruchung zu gewöhnen. Nachdem ich dann im Tritt war,
konnte ich mich so nach und nach weiter vor arbeiten, war ich doch
gerade mal auf Position 70 aus dem Wasser gekommen.
Vorab
hatte ich ja schon vom legendären Solarer Berg gehört und freute
mich entsprechend darauf diesen hochzudüsen, aber was mich dann
erwartete, empfand ich als den absoluten Wahnsinn. Ich war so
überwältigt, dass ich immer wieder mit dem Kopf schüttelnd
hochgefahren bin - wieder einer dieser tollen Momente, die mich mit
Gänsehaut erfüllten.
Ab
Kilometer 150 spürte ich dann jedoch schon eine gewisse
Abgeschlagenheit. Das regelmäßige Essen fühlte sich langsam als
echtes Stopfen an und fiel mir immer schwerer. Der Gedanke an den
noch zu laufenden Marathon, machte mir etwas Angst. Wie sollte das
bloß werden? Werde ich gut durchkommen? Doch dann ging es schon bald
in die zweite Wechselzone und die Zweifel wurden erst einmal
verdrängt.
 Auch
hier versuchte ich mich auf den ersten Kilometern wieder ein wenig zu
bremsen und bald einen gleichmäßigen Rhythmus zu finden. Die ersten
20 km liefen wirklich sehr gut. Einige Bekannte inkl. meiner Mutti
standen an der Strecke, um mich anzufeuern. Das tat wirklich gut.
Doch dann wurde es wirklich schwer und ich musste mächtig kämpfen.
Von Zeit zu Zeit hatte ich dann doch an ein kurzes Gehpäuschen
gedacht, doch wusste ich auch dass einige Damen nicht weit hinter mir
lauerten, so dass ich mich von km zu km hangelte. 8 km vor dem Ziel
ging es dann wieder auf den Main-Donau- Kanal und endlich konnte ich
nach dem langwierigen Stück zum Wendepunkt den Rückweg antreten.
Dies gab mir wieder Kraft und ich konnte vom Tempo her nochmals
zulegen. An der sog. Lände, einem letzten Stimmungsnest, angekommen
standen plötzlich noch meine Großeltern an der Strecke und ich sah
sie schon von weiten mitten auf der Strecke springend und winkend.
Das war eine Überraschung. Sind die beiden Verrückten extra
deswegen nach Roth gefahren. Das gab brachte mir einen letzten
Motivationsschub ein und ich flog die verbleibenden 4 km ins Ziel.
Von weiten hörte ich dann schon den Sprecher und die jubelnden
Zuschauer. Eine letzte Linkskurve und ein kurzer lächelnder Blick
auf die Uhr, dann ging es ab in Richtung Zielgasse... wow, what a
feeling... Ich hatte mal einen Satz gelesen zum Thema Langdistanz:
„Du spürst nur für Sekunden, warum du dir das antust." Und
genau das beschreibt es wirklich gut. Es war ein wahnsinns Gefühl
dort einzulaufen, wissend es geschafft zu haben.
Nach
10:12:41 hielt für mich die Uhr an. Resümee: 17. Frau gesamt, davon
1. Amateursportlerin und Deutsche Vizemeisterin in der AK.
Was
gibt es mehr zu sagen. Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit
dieser Premiere und freue mich schon jetzt auf eine Wiederholungstat.
Danke
an meinen treuen Trainingspartner und Papa Lutz; meiner Mutti, die
ihn so oft entbehrt hat; Stefan der sein Training zumeist hinter das
meinige gestellt hat sowie Heiko für die trainingstechnischen Tipps
im Vorfeld!
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