Sportgemeinschaft Adelsberg e.V.


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Friday, 30. July 2010 19:13
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Challenge Roth - ein Erlebnisbericht PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Annett Finger   
Wednesday, 15. July 2009 21:37

Nach circa 7 Monaten tüchtigen Trainings war es am vergangenen Wochenende nun endlich soweit. Roth ich komme.

Nachdem wir am Freitag in aller Ruhe angereist sind, habe ich mich am Samstag eine letzte kleine Koppeleinheit absolviert, um die Muskeln letztmalig aufzuwecken. Am Nachmittag fuhren wir in Richtung Wechselgarten, um den Flitzer für den nächsten Morgen abzugeben. Nachdem ich die letzten Nächte schon immer ein wenig unruhig geschlafen hatte, war es spätestens jetzt mit der Aufregung perfekt. All die Leute und heimlich auch schon mal ein Auge auf die weibliche Konkurrenz zu werfen, machte mich ganz schön nervös.

Am Abend der letzte „Kohlenhydratschliff" und frühzeitig ins Bett, mit dem Gedanken, hoffentlich bald schlafen zu können, denn der Wecker sollt 3:30 klingeln.

Diesen zu stellen hätte ich mir sparen können, denn ab 2:30 lag ich wach und konnte es kaum erwarten, endlich aufzustehen. Also ab an den Frühstückstisch und gegen 4:30 in Richtung Start nach Hiltpoltstein. Dort richtete ich meine Wechselzone ein und schlüpfte in den Neo. Dann nahm ich mir noch mal fünf Minuten ganz für mich, um die Stimmung am Kanal aufzusaugen und der Musik zu lauschen. Dabei habe ich mich doch ertappt, wie ein paar kleine Tränchen in meine Augen standen, war ich doch glücklich darüber, dass der Tag X nach all den Trainingseinheiten endlich gekommen war und ich hier dabei sein konnte.

So, nun aber ab in Richtung Schwimmstart, ran an die Startlinie und pünktlich um 6:20 fiel der Startschuss für die Profis sowie das gesamte Frauenfeld. Ich hatte vorab Bedenken, wie ich mich wohl fühlen würden, denn merke ich doch immer recht schnell, ob der Wettkampf gut werden kann oder eben nicht. Doch diese Bedenken konnte ich schnell vergessen. Schnell konnte ich meinen Rhythmus sowie den Platz in der aufgewühlten Meute finden, um nach 1:08 dem Wasser zu entsteigen. Ok, ein paar Minuten weniger wären auch nett gewesen, aber der Wettkampf sollte ja noch ein wenig andauern und meine Stärken werden sich erst noch aufzeigen. Also, raus aus dem Neo, rein in die Radhose und ab auf den Feuerofen. Was für eine Stimmung. Schon hier. So viele Leute die jubelnd am Rand standen. Das war wirklich toll und das Lächeln wollte gar nicht mehr aus dem Gesicht verschwinden.

Die ersten 20 Radkilometer bin ich ruhig angegangen, um den Körper an die neue Beanspruchung zu gewöhnen. Nachdem ich dann im Tritt war, konnte ich mich so nach und nach weiter vor arbeiten, war ich doch gerade mal auf Position 70 aus dem Wasser gekommen.

Vorab hatte ich ja schon vom legendären Solarer Berg gehört und freute mich entsprechend darauf diesen hochzudüsen, aber was mich dann erwartete, empfand ich als den absoluten Wahnsinn. Ich war so überwältigt, dass ich immer wieder mit dem Kopf schüttelnd hochgefahren bin - wieder einer dieser tollen Momente, die mich mit Gänsehaut erfüllten.

Ab Kilometer 150 spürte ich dann jedoch schon eine gewisse Abgeschlagenheit. Das regelmäßige Essen fühlte sich langsam als echtes Stopfen an und fiel mir immer schwerer. Der Gedanke an den noch zu laufenden Marathon, machte mir etwas Angst. Wie sollte das bloß werden? Werde ich gut durchkommen? Doch dann ging es schon bald in die zweite Wechselzone und die Zweifel wurden erst einmal verdrängt.

annett finger Auch hier versuchte ich mich auf den ersten Kilometern wieder ein wenig zu bremsen und bald einen gleichmäßigen Rhythmus zu finden. Die ersten 20 km liefen wirklich sehr gut. Einige Bekannte inkl. meiner Mutti standen an der Strecke, um mich anzufeuern. Das tat wirklich gut. Doch dann wurde es wirklich schwer und ich musste mächtig kämpfen. Von Zeit zu Zeit hatte ich dann doch an ein kurzes Gehpäuschen gedacht, doch wusste ich auch dass einige Damen nicht weit hinter mir lauerten, so dass ich mich von km zu km hangelte. 8 km vor dem Ziel ging es dann wieder auf den Main-Donau- Kanal und endlich konnte ich nach dem langwierigen Stück zum Wendepunkt den Rückweg antreten. Dies gab mir wieder Kraft und ich konnte vom Tempo her nochmals zulegen. An der sog. Lände, einem letzten Stimmungsnest, angekommen standen plötzlich noch meine Großeltern an der Strecke und ich sah sie schon von weiten mitten auf der Strecke springend und winkend. Das war eine Überraschung. Sind die beiden Verrückten extra deswegen nach Roth gefahren. Das gab brachte mir einen letzten Motivationsschub ein und ich flog die verbleibenden 4 km ins Ziel. Von weiten hörte ich dann schon den Sprecher und die jubelnden Zuschauer. Eine letzte Linkskurve und ein kurzer lächelnder Blick auf die Uhr, dann ging es ab in Richtung Zielgasse... wow, what a feeling... Ich hatte mal einen Satz gelesen zum Thema Langdistanz: „Du spürst nur für Sekunden, warum du dir das antust." Und genau das beschreibt es wirklich gut. Es war ein wahnsinns Gefühl dort einzulaufen, wissend es geschafft zu haben.

Nach 10:12:41 hielt für mich die Uhr an. Resümee: 17. Frau gesamt, davon 1. Amateursportlerin und Deutsche Vizemeisterin in der AK.

Was gibt es mehr zu sagen. Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit dieser Premiere und freue mich schon jetzt auf eine Wiederholungstat.

Danke an meinen treuen Trainingspartner und Papa Lutz; meiner Mutti, die ihn so oft entbehrt hat; Stefan der sein Training zumeist hinter das meinige gestellt hat sowie Heiko für die trainingstechnischen Tipps im Vorfeld!

Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 21. July 2009 23:18 )
 
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